Allgemeines

Judo ist ein Zweikampfsystem , das auf dem Prinzip des Nachgebens basiert, wobei alle gefährlichen Tritte, Stöße und Griffe untersagt sind.
Jede Technik bzw. jede Bewegung, hat dem Prinzip von der größtmöglichen Wirkung zu gehorchen. Dieses Prinzip, das sowohl auf die körperlichen als auch auf die geistigen Kräfte anzuwenden ist, sollte im Judo jederzeit beachtet werden.

Ein einfaches Beispiel:
Steht man einem körperlich stärkeren Gegner gegenüber, so widersetzt man sich dem von ihm ausgeführten Druck nicht, sondern zieht ihn sogar noch in die Richtung, in die er drückt.
Des erwarteten Widerstandes beraubt, wird der Gegner überrascht nach vorne stolpern und sein Gleichgewicht zumindest teilweise verlieren. In dieser Position kann man nun die eigene Kraft mit dem größtmöglichen Nutzeffekt einsetzten.
„Siegen durch Nachgeben"

Judo ist außerdem ein gutes Mittel um zu lernen, wie man anderen Menschen hilft und sie versteht, denn die meisten Übungen werden mit einem Partner durchgeführt und nicht gegen einen Gegner.
Die Judoka werden nach ihrem Kenntnisstand und ihrer Erfahrung in die Grade Kyu (Schüler) und Dan (Meister) eingeteilt.

Der höchstmögliche Grad ist der 12. Dan, der nur Jigoro Kano , dem einzigen Shihan (Doktor bzw. Gründer des Judo), verliehen wurde.

Die Gürtelfarbe der Kyu-Grade ist in aufsteigender Reihenfolge:
9. Kyu weiß
8. Kyu weiß-gelb
7. Kyu gelb
6. Kyu gelb-orange
5. Kyu orange
4. Kyu orange-grün
3. Kyu grün
2. Kyu blau
1. Kyu braun

Danach folgen die Dan Grade, die mit schwarz beginnen.
Bis auf den neunten Kyu werden in der Regel alle Grade durch Prüfungen erworben, in Ausnahmefällen auch durch Kampferfolge.

Judo wird in vier Abteilungen gegliedert:

  • Wurftechniken (Nage-waza)
  • Bodentechniken (Katame-waza)
  • Falltechniken (Ukemi-waza)
  • Schlagtechniken (Atemi-waza)

Ziele des Judos

  • Körperertüchtigung durch ein System, das bis ins hohe Alter durchgeführt werden kann und trotzdem interessant bleibt.
  • Wettkämpfe unter strengen Regeln austragen zu können, ohne dass man seinen Kontrahenten absichtlich verletzen muss.
  • Ausbildung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten durch regelmäßiges und intensives Training.

Geschichte

Judo entstand im späten 19. Jahrhundert in Japan . Zu dieser Zeit war der Deutsche Geheimrat Bälz aus Bietigheim an einer kaiserlichen Universität angestellt, und er ermunterte die in seinen Augen schwächlich und blaß aussehenden Studenten zu einem Studium der alten Kampfkünste. Einer seiner Studenten, Jigoro Kano , beschränkte sich nicht nur darauf, in einer Schule diese Kampfkünste zu erlernen, sondern er trainierte in mehreren.
Besonders die verschiedenen Schulen des Jiu-Jitsu prägten ihn nachhaltig. In diesen Schulen wurde damals allerdings noch für den Ernstfall geübt und gelehrt, was den Unterricht sehr hart machte. Nach mehreren Jahren intensivem Studiums gründete Kano in Shitaya 1882 die erste Kodokan (Judoschule) , die in der Folgezeit zum Mittelpunkt der Judowelt wurde.
Seiner Philosophie nach sollte Judo gleichzeitig ein geistiges und körperliches Training sein, das Geist und Körper in einen Zustand der Harmonie und Ausgeglichenheit versetzt (ein Grundkonzept der meisten Kampfsportarten).

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